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Das Handwerk

Unser Lieblingsziel: Geisler Ferienhotel

Omas Postkarten...
...zeigen das Hotel Geisler im Winter...
und hier im Sommer

 

+++ 2014: Das Jubiläumsjahr! Unser Stammhotel feiert das fünfzigjährige Bestehen - herzlichen Glückwunsch aus Hamburg +++

 

Diese drei Postkarten zeigen das Hotel Geisler in den sechziger und siebziger Jahren. In den ersten Jahren war jedes Zimmer ausgestattet mit einem Waschbecken, »fließend warm umd kalt Wasser«, die Toiletten befanden sich im Flur, und dort gab es auch eine Badewanne, für deren Benutzung man sich anmelden musste. Zum Frühstück gab es Kaiserbrötchen, Aufschnitt und Marmelade, dazu auf Wunsch ein Ei. Die meterlangen Frühstücksbuffets heutiger Tage mit Rührei, Müsli, verschiedensten Aufschnitt-Delikatessen, Säften, gebratenem Speck, mehreren Brot- und Brötchensorten, Bio-Marmeladen, Obst aus aller Herren Länder etc. etc. gab es damals nicht. Heute scheint das überall Standard zu sein, die Ansprüche der Gäste stiegen mit den Jahren und mussten befriedigt werden.

Nach der Erbauung Anfang der sechziger Jahre wurde das Hotel einige Jahre später mit einem Anbau versehen, Zimmer mit Bad wurden allerorten zur Norm.

Ein Frühstücksbuffet der beschriebenen Art jedoch bräuchte ich nicht- ein Kaiserbrötchen mit Marmelade wäre für mich auch heute vollkommen ausreichend. Nein, nicht nur das: Kaiserbrötchen mit Marmelade sind das Urlaubsparadies überhaupt.

 

Unsere Großeltern verbrachten ihren ersten Urlaub bei Geisler im Jahr 1964. Nicht nur war es der allererste Urlaub überhaupt im Leben, aufregenderweise fand zum Zeitpunkt des Aufenthaltes auch die Olympiade statt! Die vielen Ansichtskarten, die von Tulfes nach Hamburg geschickt wurden, sind ebenso Zeugen der Begeisterung und des Staunens unserer Großeltern wie auch Zeugen vergangener Kommunikationsformen. Greift man heute alle fünf Minuten zum Handy, fragt und plappert viel zu häufig im Grunde Überflüssiges, so teilte man damals auf Postkarten die gesunde Ankunft am Ort und die Adresse mit. Diese lautete auf der Karte 1964 schlicht «Pension Geisler, Tulfes, Tirol, Österreich». Keine Telefonnummer, keine Straße, keine Hausnummer.  Auf gar keinen Fall wurde nach Hause telefoniert. Ein Ferngespräch war sehr sehr teuer, so etwas hielten unsere Vorfahren für Verschwendung. Eine Fahrkarte für die Seilschwebebahn, eine Einkehr unterwegs und Unmengen an Postkarten waren sinnvollere Ausgaben.

 

Der Urlaub damals hieß nicht Skiurlaub. Es war Winterurlaub, »Bergferien im Winter«, so auch der gleichlautende Titel eines Buches von Luis Trenker. Es wurde spazierengewandert, gerodelt, Ausflüge gemacht, Schneemänner gebaut. Berge, Wald und Winterluft genossen.

 

Nach einem Ausflug auf den Patscherkofel schrieb Oma »Heute haben wir einen großen Berg genommen, aber nur mit der Seilbahn. Es war ein wunderschönes Erlebnis« . Heute, wo die Benutzung von Bergbahnen zu den Selbstverständlichkeiten, ja sogar zu einer Selbstverständlichkeit, auf die man meint einen Anspruch zu haben, geworden sind, klingen diese Sätze wie aus einem anderen Zeitalter.

 

Auf einer weiteren Postkarte wurde erzählt, »Heute Abend ist hier Hausball. Unser Wirt ist sehr bemüht und tut Alles, damit wir uns hier wohlfühlen«. Zum Hausball kamen damals richtige Musiker ins Hotel, und es wurde getanzt. In den 1960er Jahren hieß es Hausball, später, in den 1970ern, nannte man es »bunter Abend«, immer noch mit Live-Musik. Ich erinnere mich, daß eigentlich immer auch ein Akkordeonspieler dabei war, meist waren es zwei Musiker, die im Hotel aufspielten. Einmal war das Duo wohl krank, an dem Abend kam ein Zitherspieler, toll! Mein Onkel tanzte mit mir Walzer, meine Pantoffeln flogen weg und auf die Tische, ein Glas fiel um und niemand beschwerte sich, alle lachten. Die Leute waren lustig und entspannt, es wurde getrunken und laut gesungen. Den Schneewalzer und das Kufsteinlied kannten Alle, jeder sang mit. Eine unglaublich gute Stimmung im Hotel, die Gäste sorgten selbst dafür.

Heute brauchen die Leute einen Animatööör, um in Stimmung zu kommen (die nicht mal echt ist) und selber singen scheint peinlich zu sein. Au weh bäh, das Kufsteinlied, sagen sie.

 

Morgens waren unsre Eltern, Großeltern und weitere Anwesende immer komisch, fanden wir Kinder. Wir tobten die Treppen zum Frühstück hinunter, während die Erwachsenen mit langsameren Bewegungen nachkamen, dabei schnappten wir etwas von irgendwelchen »Katern« auf. Irgendwo musste ein Kater sein, aber ich sah nie einen, obwohl ich überall genau hinguckte. Ich löste das Rätsel mit zunehmendem Alter und lernte, daß es zwei Sorten unsichtbare Kater gab. Der eine war der Muskelkater, den fühlte man in den Beinen, nach dem ersten Ski-Tag, und der andere Kater wohnte bei den Großen im Kopf und schien mit Getränken zusammenzuhängen.

Beide Kater verschwanden meist während der Vormittagsstunden an frischer Luft im Halbtags-Skikurs beim Franz Maislinger.

 

Fortsetzung folgt.

   

Die Lieblingsfrühstücksbrötchen
Die Lieblingskekse, damals nur im Urlaub zu bekommen (heute auch hier)
Die Lieblingssuppe: Backerbsen!
Wissen Sie, wo genau Sie die Grenze zum Urlaubsland überschreiten? Wie, Kiefersfelden? Falsch! Die Grenze ist die Backerbsensuppengrenze. Sobald das erste Schild auftaucht »hier Backerbsensuppe«, haben Sie die Grenze überschritten und befinden sich im Urlaub.   Wenn Sie wissen möchten, wie es bei Geislers heute aussieht, und was es heute alles Schönes gibt, wie zum Beispiel ein Schwimmbad mit Liegewiese, schauen Sie einmal hier

Das Schönste jedoch, und das macht einen Urlaub bei Geisler bis heute aus, sind nicht die zugegebenermaßen sehr gemütlichen Neuerungen wie Kaminzimmer, Sauna oder Biozimmer. Das Schönste ist die Gastfreundschaft und das Gefühl, wie zu Hause zu sein. Und wieder erkannt zu werden. Es hat seine Gründe, das alte Stammgäste immer wiederkehren. Meine Großeltern gehörten zu den ersten Gästen bei Traudl und Heinrich Geisler, heute kommen die Urenkel.

Die »Pension Geisler« ab 1964

1964 Anschnallen...
1964 zur Skiübung
1964 Sonnenbaden...
1964 ...im Liegestuhl
1964 Schneeballschlacht
1964
1964
1964 Jetzt geht es los zum üben
1964 Blick aus dem Zimmerfenster
1964 Ausruhen...
1964 Der Frühstücks- Speise- und Tanzraum
1964 Der Hausherr im Kampf mit dem Korken
1964 Wohlsein!
1964 Feierfreudige
1964 Ein Tänzchen in Ehren...
1964 Freiübungen, besser Skigymnastik mit Opa als Vorturner
1964 ...auf dem Weg zur Haus-Übungswiese
1964 ...Schlitten-Schlepper
1964 Der schönste aller Schneemänner wurde gebaut
1973 Auch bei Geislers gab es Scheiche
 

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