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Das Handwerk

Die Skimode der 1940er Jahre

Damen-Skianzug, Schnitt-Illustration ca. Anfang bis Mitte 1940er Jahre
Schnittmuster zur Illustration
So sah der Grundschnitt des Skianoraks aus...
...und so die Grundform der Keilhose
»Der Schnitt fürs Haus« Zweiteiler zum Selbernähen 1940 Praktischer Skianzug oder Trainingsanzug, bestehend aus Tuchhose und einer kleidsamen Bluse mit Einsatz. Für die gezeigten Modelle können gut verschiedenartige Reste verarbeitet werden
Die Schnittkonstruktion des zweiteiligen Skianzuges 1940 Die sehr weite Hose ist nicht nur gerade geschnitten, der Schnitt des vorderen Beines ist nach unten zu sogar leicht weiter!
Skijacke mit Hose in grüner Wolle mit grauer Schulterpasse, große aufgesetzte Klappentaschen und Metallreißverschluss in der Mitte Katalogmodell USA 1940/41
Farbenfrohe zweiteilige Skianzüge, wasserabweisend für Arbeit und Freizeit, Anfang 1940er Jahre(1940-1943) Der Sepiaton überlässt die angepriesene Farbfreude leider der Fantasie ;-)
Skimode aus »Bavarian Styles« 1946
roter Anorak mit Keilhose, Illustration, undatiert Die betonten Schultern sind typisch für die Mode Anfang bis Mitte der 1940er Jahre
Junger Mann im Anorak, Zagreb 1942 Typisches Modell mit Metallreißverschluss, ausgearbeiteter Schulterpartie, in der Taille gebunden.
Ab Mitte der dreissiger Jahre eines der beliebtesten Modelle unter den Skifahrern: die "Skibluse" in Kurzform, vorn doppelt übereinandergelegt und mit seitlicher Schnalle am Bund. Der Katalog zeigt nicht nur den Preis in RM, sondern auch die Anzahl der zu verbrauchenden Punkte auf der Kleiderkarte: hier sind es 25 P
Die weite Skihose für den Herren mit knöpfbaren Klappentaschen, Kosten in RM 19.49 oder 28 Punkte. Zu gerne wüsste ich, um was für eine Art Material es sich bei diesem blauen Trikotstoff handelte...
1946 wurde diese Werbeanzeige gedruckt. Den Handschuh mit dem Eiskristall-Dessin gab es jedoch schon weit davor - ein Klassiker
1946 - Damen Skianorak aus Baumwollpopeline mit kontrastierender Schulterpasse, mittig geschlossen miteinem Metallreißverschluss. Zwei schräge Brusttaschen ebenfalls durch Reißverschlüsse zu schließen. An den RV-Schlitten sind Kordeln angebracht, die die Bedienung mit Handschuhen ermöglichen sollen. Ein Tunnel mit Gummizug hält den Anorak in der Taille, wodurch das Eindringen von Kälte verhindert wird.
 

 

Ein Einblick in die Kriegs - und Nachkriegsjahre

 

Beschreibung des Skianzuges zum Selbernähen, Bild 5 und 6 Modell 227 / 228

»Der praktische Skianzug oder auch Trainingsanzug, bestehend aus Tuchhose und einer kleidsamen Bluse mit Einsatz. Die Kapuze ist aus zwei geraden Stücken gearbeit. Man kann, will man sie spitzer haben, die Kopfnaht nach oben abschrägen.

Modell 228  Eine Skijacke. Hierfür werden wieder Reste verarbeitet. Die Passe wirkt sehr schön, wenn sie aus Leder gearbeitet wird.«

 

Diese Modelle sind typisch für die Linienführung der Mode zwischen Mitte der 1930er Jahre und bis hinein in die 1940er Jahre. Kombiniert wird eine sehr weite Hose, deren Bund genau in der natürlichen Taillenhöhe sitzt, mit relativ kurzen Jacken und »Skiblusen«, die in Taille und Hüfte eher schmal geschnitten sind, im Kontrast dazu aber eine ausgeprägte Schulterlinie aufweisen.
Der im Jahr 1939 begonnene zweite Weltkrieg wirkte sich zu Kriegsbeginn umgehend auf das Alltagsleben der Menschen aus: Lebensmittel und Kleidung gab es auf Karte, es wurden Lebensmittelkarten und Kleiderkarten ausgegeben, für besondere Anschaffungen gab es Bezugsscheine. *

Die für Textilien aller Art genutzte Kleiderkarte befugte auch zum Erwerb von Stoffen und Meterwaren, die ebenso wie Konfektionskleidung nach Punkten abgerechnet wurden.

Punktbewertung der Stoffe **

»Die Punktbewertung der Stoffe ist für alle Kleiderkarten, ausgenommen die Säuglingskleiderkarte, gleich. Sie beträgt für das Meter:

A.  Wollene oder wollhaltige Stoffe aller Art.......143 cm Fertigbreite....................................................................................16 Punkte

..........................................................................................je volle 9 cm größere oder geringere Breite= 1 Punkt mehr oder weniger


B.   Kunstseidene, kunstseidenhaltige und naturseidene Stoffe bis 68 cm Fertigbreite...................................................4 Punkte
..............................................................................................je angefangene 17 cm größere oder geringere Breite = 1 Punkt mehr«

Dieses Beispiel zeigt den höheren Wert von Winterwaren sehr deutlich. So erstaunt die voluminöse Schnittführung der vorgeschlagenen »Norwegerhose« oder auch »Überfallhose«, die einen enormen Stoffverbrauch aufwies um so mehr, vor allen Dingen, da es die etwas sparsamere, weil von Knie bis Fuß schmaler angelegte Keilhose bereits ab. Bei der Jacke hingegen wird der Notwendigkeit zum sorgsamen Umgang mit den rationierten Materialien bereits Rechnung getragen, die angeratene Verarbeitung von Resten sollte sich in den Folgejahren ausweiten und so kann man in den Handarbeitszeitschriften der Kriegs - und Nachkriegsjahre sehr viele Ideen zur Arbeit mit zweierlei oder dreierlei Stoff finden.

 

Quellenangaben:

 

* Die Lebensmittelkarte (1939-1945)

Mit Beginn des 2. Weitkriegs bekamen alle deutschen Volksgenossen (so wurden wir damals genannt) eine Lebensmittelkarte und eine Kleiderkarte. Außerdem gab es für besondere Anschaffungen, wie z.B. Kohlen für den Winter oder ein Verdunklungsrollo, Bezugscheine.

Lesenswerte Texte und Berichte von Zeitzeugen des Seniorenbüros Hamburg e.V.

Quelle

 

**Warenabgabe, Wiederbeschaffung und Preisgestaltung im Textileinzelhandel von Dr. Martin Tripp, Frankfurt am Main im September 1940
ISBN 978-3-663-14700-8

Leseprobe Quelle


Interessante Produktionen nach Original-Vorlagen der 1940er Jahre

Eine große Freude ist es für mich, diese Strickvorlagen sowie die nach den Original-Anleitungen aus der Zeit zwischen 1940-1945 gefertigten Handarbeiten hier zeigen zu können.  Zur Verfügung gestellt wurden diese Sammlerstücke von Katy, sie betreibt mit ihrem Mann Frank eine Seite mit Namen The 20-2-40-Style-Syndicate, eine Interessengemeinschaft für 20er bis 40er Jahre Alltagskultur, Musik und Mode.   (Fortsetzung folgt)
 

Pullover aus einem Handarbeitsheft der 1940er Jahre
Das Modell wurde Jahrzehnte später wieder entdeckt...
...und von einer wahren Strickmeisterin nachgearbeitet
Hier die Vorlage zu »Lustige Skihaube«
Die Arbeitsbeschreibung
Eizelteile und Schnittform der originellen Kopfbedeckung
Die Haube ohne Inhalt ;-)
Das lustige Modell auf einem Puppenkopf schräg seitlich
und noch ein Bild von vorn

Bildergalerie der Aktiven

Oster-Schiurlaub 1949 am Hochkönig
Oster-Schiurlaub 1949 - Auf dem Weg nach oben
Schneepflug-Übung in Italien, Le Motte, Abetone 1940 © A.Pettini
Knickerbocker, Kurzjacke in Blousonart mit Klappentaschen und Schirmmütze, Italien, Le Motte, Abetone 1940 © A.Pettini

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