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Das Handwerk

Skimode in den 1950er Jahren - Modebilder

Titelblatt der "Eva Moden" 1950
Rückseite der "Eva Moden" 1950
Bestrickend selbstgestrickte Skidame in Garnitur aus Pullover, Mütze und Handschuhen
Für die Kinder 1950: Rechts eine Überfallhose, links ein besonders pfiffiger Schneeschutz, der Stoff bedeckt einen Teil des Stiefels und wird mit einem Steg gehalten.
Zeichnung zum Kinderskianzug 1952
Zeichnung zur Windbluse 1952
Illustrationen zu Schnitten des Jahres 1952
Illustrationen zu Schnitten des Jahres 1952
Quelle Winterangebote 1958
...was bei Quelle so zu haben war - 1958
Schmale Keilhose kombiniert mit Strickjacke im Jahr 1959
 
    Aus den Modezeitschriften und Katalogen der 1950er Jahre. Weitere Bilder wurden erjagt und befinden sich in Vorbereitung.

Skimode - hier die Abteilung Strickwaren 1950er Jahre

Wollenes für den Winter, ca. 1950/1952
Stirnbänder dieser Art zierten und wärmten die Skifahrerköpfe von den 1930er bis in die Mittfünziger Jahre
Eine separate Strickkapuze
Frieren dürfte in diesem Modell unmöglich sein

Der Werbeblock: Meterwaren und Sportmode

Bohle Sportmoden Vorarlberg, Ende 1950er Jahre
Hübl-Tuche Innsbruck , Ende 1950er Jahre
Wollwarenstoffe aus Wiener Produktion, Ende 1950er Jahre
Die Innsbrucker Reinalter-Keilhosen: Sepp Reinalter war auch bekannt als der »Keilhosenkönig« Seine Lebensgeschichte verdient allerdings einen Extra-Beitrag
Strickwaren aus Schwaz, Ende 1950er Jahre

 

 

Viele Firmen boten eine große Menge verschiedenster Waren, damals größtenteils noch aus einheimischer Produktion. Webereien, Strickereien, Kleidungsfabriken in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich stellten alles her, was des Winterurlaubers Herz begehrte - die Globalisierung sollte dieser Vielfalt in späteren Jahrzehnten den Garaus machen.

 

Nur die Firma Peter Geiger Strickwarenfabrik (Bild 5) existiert heute noch. Hier der Link zur Firmengeschichte


Schmale bis enge Damen Skihose in Keilform 1957

 

Ab Mitte der 1950er Jahre dominieren die schmalen Hosenformen für Damen, aber ebenso für die Herren die Skimode. Das gilt nicht nur für die Konfektionsmode, auch die Fachblätter für das Schneiderhandwerk und die Handarbeitszeitschriften für private Personen enthalten Schnitte in engeren Formen.

 

»Die Sendung mit der Maus« :  Schnitt-Technik

 

Bild zwei zeigt den Schnittverlauf der aktuellen Hosenform, zuerst wird die Vorderhose konstruiert und aus dieser wird dann die Konstruktion der Hinterhose abgeleitet. So werden alle Schnittmuster aufgebaut, das gilt nicht nur für diese Skihose.  Wenn man ein Konfektions-Schnittmuster kauft, kann man diese Herleitung nicht sehen - man kann sich nun sicher besser vorstellen, wieviel Arbeit und Fachwissen im Aufbau eines Schnittes steckt.

 

Der Hosenbund sitzt in der natürlichen Taillenhöhe, die Formen von Taille zu Hüfte werden durch Abnäher erzielt, die tief eingelegten Bundfalten sind verschwunden.

 

Verschiedene Steg- und Fußformen werden angeboten, oft ein Gummi , welches die Hose stramm halten soll, oder aber ein richtig ausgearbeites Fußteil.

Ein solches Original Musterstück habe ich kürzlich gefunden und werde es in Bälde hier zeigen.


Training Ende Dezember 1951, ein Blick auf die Skihosen & Co

Der Trainer: Aufmerksamer Beobachter am Hang in weiter Keilhose und Strickpullover.
Die Sonnenbrille: sehr fesches Modell
Der Skistiefel: die Modelle dieser Zeit reichten knapp über Knöchelhöhe.
Typisches Element: Paspeltasche mit Metallreißverschluss.
Der deutsche Abfahrtsmeister Karl Maurer in einer älteren Überfallhose
dazu jedoch eine moderne Skibrille
Nachwuchsläuferin Marianne Seltsam in Keilhose...
...und mit hochkonzentriertem Blick
 
 

 

»In Mürren im Berner Oberland hat der bewährte Schweizer Trainer Arnold Glatthard die deutschen alpinen Olympia-Kandidaten für Oslo unter seine Fittiche genommen. Mit dem gleichen Eifer, wie viele andere europäische und auch Mannschaften aus Übersee, die in den verschiedensten Gegenden der Alpen trainieren, ist die deutsche Mannschaft im Training, das selbst an Feiertagen nicht unterbrochen wurde. Arnold Glatthard stellte vor allem bei den Damen einige Fortschritte fest.

(Rechts oben) der Deutsche Abfahrtsmeister Karl Maurer, der ebenfalls gut in Form gekommen ist. Rechts unten die Deutsche Nachwuchsläuferin Marianne Seltsam.«

 

Dieser Text klebte an den drei zusammenhängenden Foto., er liest sich im Stil sehr wie ein Pressetext. Ein Fotograf ist nicht angegeben.

 

Das Foto 1 zeigt den Trainer als aufmerksamen Beobachter am Hang. Seine Haltung lässt die Beinweite und den Schnittverlauf der damals üblichen Keilhose sehr gut erkennen: Das obere Bein ist bis zum Knie sehr weit geschnitten, ab Knie läuft die Hose schmal zu und wird durch einen Steg im Stiefelgehalten. Die Weite des Beines wurde benötigt, da sich wirklich gute Stretchfasern noch in der Entwicklung befanden, engere Hosen ohne die erforderliche Dehnfähigkeit hätten die Bewegunsfreiheit eingeschränkt.

Auf Bild drei der etwas über knöchelhohe Skistiefel. Zum Ende des Jahrzehnts waren die modernsten Modelle bereits höher geschnitten, was den Knöcheln mehr Halt und Schutz bieten sollte.

Bild vier: der übliche Taschenverschluss war inzwischen ein Reißverschluss. Die dekorativen Metallreißer begannen längst die vorher gebräuchlichen knöpfbaren Klappentaschen immer weiter zu verdrängen. Sie waren praktischer zu benutzen und verschlossen die Tasche vollständig vor Eindringen des Schnees.

 

Die nach der Währungsreform 1948 wieder eingetretene Verfügbarkeit sämtlicher Nahrungsmittel und Gebrauchsgüter, nicht zuletzt moderner Skibekleidung bedeutete keinesfalls, das jeder sie nun trug. Nicht einmal alle Sportler konnten sie sich leisten: Der deutsche Abfahrtsmeister Karl Maurer ( 1925 - 2014 ) trägt auf Bild fünf die einst so beliebte Norwegerhose oder auch Überfallhose aus dickem Wollstoff, der weite pumphosenartige Schnitt war typisch für die 1930er Jahre. Das Flicken, Umarbeiten und Auftragen von Kleidung, bis die Stücke wirklich »durch« waren, war damals allgemein üblich, es wurde nichts leichtfertig verschwendet oder weggeworfen.

Das Foto bietet der Fantasie Raum für Spekulationen: Hatte Karl vielleicht bereits eine moderne Keilhose und trug die gute alte Norweger im Training, um die schnittigere Neue für die Rennen aufzusparen? Auch und gerade auf der Olympiade will man schließlich nicht im altmodischen Beinkleid abfahren, es war nicht nur unmodern geworden, längst hatte man erkannt, das schmalere Beinweiten für ein höheres Fahrtempo sorgen.

Frau Seltsam trainiert in Keilhose und Anorak, selbiger mittig geschlossen mit einem Metallreissverschluss. Ihr Hosenmodell wirkt optisch schmaler als das ihres Trainers.

 

Wer waren die Skiläufer auf diesen Bildern?

 

Arnold Glatthard, geb.16.Juni 1910; verstorben  23.Nov. 2002 Meiringen
Skiläufer, Skitrainer und Bergführer
Marianne Seltsam, geb.6. Mai 1932 in Tegernsee; verstorben 6. Februar 2014 Gmund am Tegernsee
Karl Maurer, geb. 1925; verstorben 2014  Nachruf

     

Skimode in den 1950er Jahren - Fotogalerie der Aktiven

Eine Skifahrerin in Altenberg 1956 - Ihre Skikleidung ist nicht ganz neu: Überfallhose und Schulterpolster deuten auf das vorige Jahrzehnt. Nicht jeder konnte sich stets neue Sachen leisten, Hauptsache skifahren! ©Sammlung A.Marra
Aufstieg zum Glungezer, Innsbrucks höchstem Skiberg, in Skianoraks mit Kapuze und Tunnelzug in der Taille, dazu Keilhosen - Foto: Adolf Sickert
Eine Skifahrerin in Seefeld, ca. Mitte der 1950er Jahre - Foto: Adolf Sickert
Zünftiges Sonnenbad auf einem Hüttendach in Damüls 1955 ©Thomas Schipper, Wien
Skifahrer vor einer Hütte im März 1951 Sammlung A. Marra
Zwei Skifahrer an der Sesselbahn Stümpfling 1950 - Sammlung A. Marra
Skifahrer in Damüls 1955 © Thomas Schipper, Wien
Sonnige Pause mit Marmolada-Blick © Thomas Schipper, Wien
Lockere Keilhosen, Strickpullover, Pudelmütze und Stirnband 1955 in Damüls ©Thomas Schipper, Wien
Schmaler, taillenbetonender Feinstrick mit passender Mütze, Damüls 1955 ©Thomas Schipper, Wien
Sportinia Anfang 1950er Jahre - Inizio Anni cinquanta © Daniele Crosa
 

 

 

 

Der Farbfilm hält langsam überall Einzug. Auch manch ein privater Knipser leistet sich inzwischen immer öfter bunte Bilder.

 

Die Keilhosen, Ende der 1940er und bis Mitte der 1950er Jahre noch in sehr weiter Form getragen, tauchten ab Mitte des Jahrzehntes in schmalerer Form auf den Pisten auf, die fortschreitende Entwicklung immer dehnfähigerer Fasern und Materialmischungen ermöglichte erstmals etwas größere Bewegungsfreiheit bei engerer Schnittführung.

Schmale Steghosen werden in der Skimode vom Ende der 1950er Jahre bis zum Übergang der sechziger in die siebziger Jahre dominieren.